Portrait unserer Klassenvereinigung

Geschichte
Die Internationale Vereinigung der 30m² Schärenkreuzer (IKV 30 SK) wurde 1952 in Zürich gegründet. Stellt man sich die damalige politische Lage und die „Höhe“ der Grenzen vor, so bekommt das Wort „international“ im Namen eine besondere Bedeutung.
Die Gültigkeit der Vereinigung war für die ganze Schweiz, ganz Österreich und ganz Deutschland vorgesehen. Das Wort „international“ hat also durchaus seine Berechtigung.

Als Schwerpunktrevier der Klassenvereinigung entwickelte sich in erster Linie der Bodensee, dann die Schweizer und die bayrischen Seen.
Heute bestehen freundschaftliche Beziehungen in die USA, nach Australien, Frankreich, Ungarn und selbstverständlich nach Schweden.

1967 (also vor 40 Jahren!) beginnt mit dem Neubau des 30m² Schärenkreuzers „Bijou I“ die Wiederbelebung der Klasse und der Klassenvereinigung.
Seit 1972 entwickelte sich die Klasse durch zahlreiche Neubauten (ca. 42) in Kunststoff und formverleimtem Sperrholz. Grundlage hierfür war eine Konstruktion von Knut Reimers, 1952.
Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es heute - ohne diese frühe Weichenstellung zur Einheitsklasse - keine Schärenkreuzer – Szene am Bodensee gäbe.

Daneben gab und gibt es zahlreiche Klassiker, die chancengleich und ohne Vergütung bei den Regatten teilnehmen.
Die Möglichkeiten für Neubauten nach alten Rissen gehört zu den Zielen unserer Klassenvereinigung.
Erhaltung und Pflege dieser Klassik-Schärenkreuzer (30SK-Classic) sind uns als zweites Standbein genau so wichtig, wie die Förderung des 30SK-Onedesign.

Beschluss für die Einheitsklasse
1984 plant ein Interessent eine Neukonstruktion und beauftragt das Konstruktionsbüro Judel/Vrolijk. Die Aussage dieser führenden Konstrukteure, eine Neukonstruktion mit einem um 5 – 10 % höheren Geschwindigkeitspotential zu konstruieren, führte zu einem folgenschweren, nach den Vereinssatzungen und demokratischen Gepflogenheiten jedoch völlig legitim herbeigeführten Beschluss der Mitglieder:

Ab 1984 wurden als Neubauten nur noch der 30m² Schärenkreuzer Onedesign nach der Konstruktion von Knut Reimers 1952 (auch „Bijou-Typ“ genannt nach dem 1. Neubau) zugelassen.
Damit verabschiedet sich die Klassenvereinigung vom Prinzip der Konstruktionsklasse und beschreitet den Weg zur Einheitsklasse.

Eigene Bauvorschriften
1986 beschließen die Mitglieder eine eigene Fassung der Bauvorschriften (Blue Book),
die sich jedoch nahezu völlig an die ursprüngliche schwedische Fassung anlehnt. Der 30SK-Onedesign bewegt sich zu 100 % innerhalb der schwedischen Bauvorschriften.
Dieses „eigene Regelwerk“ steht nicht im „Widerspruch zu den nationalen schwedischen Vorschriften“. Es grenzt diese lediglich auf einen Typ ein.

Zurück zur Konstruktionslasse ?
In den 90er Jahren kommt es zu Auseinandersetzungen der damaligen Vorstandschaft mit der führenden Bauwerft und Inhaber der Reimers Lizenz.
Diese führen zu einem Antrag, die Begrenzung der Einheitsklasse aufzuheben und wieder zur Konstruktionsklasse zurückzukehren, um von der Reimers Lizenz frei zu sein. Dieser Antrag wurde insgesamt dreimal gestellt, erhielt jedoch nie die erforderliche Mehrheit.
Bei jeder erneuten Abstimmung wurde die Zustimmung für diesen Antrag geringer. Es gibt zur Zeit keine Chance, diese Beschränkung aufzuheben.
Nach dem die damalige Vorstandschaft einen entsprechenden Antrag nicht durchsetzen konnte, trat sie 2004 kurzfristig und völlig überraschend zurück.

Neue Führung seit 2004
Um die Zukunft der Klassenvereinigung zu sichern, musste am gleichen Abend aus dem Stand eine komplett neue Vorstandschaft gefunden und gewählt werden.
Diese neue Vorstandschaft mit dem Präsidenten Artur Schwörer ist bis heute im Amt. Sie muss nach demokratischem und vereinsrechtlichen Verständnis die vorhandene Beschlusslage respektieren und schützen.

Seit 2004 arbeitet die neue Vorstandschaft sehr erfolgreich an der Förderung der Klassenvereinigung. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Gräben zu schließen und die Klasse durch faire, satzungstreue Arbeit für alle voranzubringen.
Durch eine aktive Harmoniepolitik konnte die Klassenvereinigung zu einer neuen Blüte geführt werden. Seit zwei Jahren ist der 30m2 Schärenkreuzer am Bodensee die bei Regatten teilnehmerstärkste Klasse.
In der Jahreswertung 2006 haben insgesamt 45 Boote und Mannschaften teilgenommen.
Teilnehmerfelder von 17 (Friedrichshafen), 22 (Lindau) oder 31 (Bregenz) Booten sind ein nie da gewesener Rekord.
Auch die Neubautätigkeit ist wieder angelaufen. Wir können bereits 2007 wieder mit zwei Neubauten rechnen.
Dabei befinden sich die Rechte für den 30SK-Onedesign und die für Kunststoffschalen zu schaffende Negativ - Form im Eigentum der Klassenvereinigung.

Erfolgsgeschichte
Wir können nicht umhin, diese Erfolgsgeschichte unter anderem auch dem Beschluss für den 30SK-Onedesign zuzuschreiben. Eine moderne Regattaklasse ist heutzutage „Onedesign“. Auf der Regattabahn hat der „Wettkampf der Segler“ entscheidende Vorteile gegenüber dem „Wettkampf der Konstrukteure“.
Es gibt eine eindeutig bessere Zukunftsprognose für die Klasse durch das Onedesign-Prinzip und der Werterhalt der Boote ist gesichert.

Im Vergleich ist im Mutterland Schweden eine Stagnation bei den 30m2 SK zu beobachten. Bei den Meisterschaften „30-er Pokalen“ starten durchschnittlich 6 Boote. Seit 1972 gab es in Schweden 20 Neubauten, der letzte 1992, gegenüber 42 Neubauten in unserer Vereinigung.

Regattabeteiligung in Schweden
2005: 3 Schwerpunktregatten mit 4, 3, 7 Teilnehmern
2006: 3 Schwerpunktregatten mit 4, 8, 7 Teilnehmern

Spaltung und Integration
Im April 2006 haben sich einige unserer Mitglieder, die sich mit den demokratisch gefassten Beschlüssen der Hauptversammlungen nicht abfinden konnten zusammengeschlossen und zwei neue Vereine gegründet. Dies führt zu einer Spaltung der 30er Klasse, die wir sehr bedauern.

Selbstverständlich soll jeder das Boot segeln können, das er möchte. So sehen wir im eventuellen Neubau eines Konstruktionsklassen-30ers kein Problem. Dieser könnte jedoch nicht nach unseren Bauvorschriften klassifiziert werden.

Unsere Internationale Klassenvereinigung der 30m2 Schärenkreuzer wird in jedem Fall die satzungsgemäßen Ziele und die Interessen der Mehrheit unserer Mitglieder weiter verfolgen. Der Erfolg der letzten Jahre gibt uns die Motivation, auf diesem Wege weiter zu gehen.